white trash kids ? 13.10.2003 -- 23.48 asw

oder: es gibt keine subkultur mehr

ich hab heute einen sehr guten artikel auf Disappointment's Diary gelesen, der den guten, alten satz "PUNK IS DEAD" wieder mal voll bestätigt. anscheinend sind viele kids, die so gerne anders sein wollen als der rest, so sehr mit dem anderssein beschäftigt, dass sie gar nicht merken, das sie genau SO sind, wie sie nicht sein wollen. angepasst, uniformiert und kommerzgeil bis ins letzte. da nützt es auch nix, wenn man, statt CD's zu kaufen, sich seine mucke über edonkey zieht, um dann mit dem gesparten geld (und 'nem zuschuss von mami) sich beim versandhandel für 49,- euro das unglaublich angesagt "slipknot"-shirt zu kaufen.

ich hab mich schon anfang der 90er gerne über die metal-scene bei uns in der gegend lustig gemacht; ohne schwarzes kapuzenshirt (mit irgend' nem möglichst unleserlichen band-schriftzug drauf) und ner abgeschnittenen bundeswehr-hose fiel man auf jeder party bei uns sofort auf *lol*. alle mädels trugen dazu wahlweise schwarze oder henna-rote haare, die jungs hatten gefälligst ziegenbart zu tragen.
im september bin ich dann auf nem jahrmarkt so nem grüppchen grufties (sorry, heisst ja jetzt gothic) begegnet, von denen jeder für schätzungsweise 300,- euro klamotten trug.

ich meine, bei 14-16jährigen kann ich dem ein gewisses verständnis entgegenbringen, aber ab dann sollten die kids doch in der lage sein, zu sehen, was für ein scheiss ihnen von den medien vorgegaukelt wird. spätestens seit anfang der 90er hat die (musik-)industrie nämlich erkannt, welche massen an kohle in der sogenannten subkultur zu holen sind. schaut euch nur mal die passenden fanzines/magazine an: zielgruppenspezifische bravo-clones.

ich weiss im moment nicht, was ich schlimmer finde: das die (musik-)industrie in ihrer grenzenlosen geldgier jeden noch so kleinen pseudo-trend ausweidet, oder das die kids anscheinend in der mehrzahl nicht merken, wie sie sich manipulieren lassen.

dank an hanno von dissapointment's diary für den denkanstoss